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Volkszeitung der ÖVP: In der letzten Zeit häuften
sich in der Presse die warnenden Nachrichten über die Zerstörung
unserer notwendigen Umwelt durch die Technik, die "Insektizide",
Auto- und Fabriksabgase, giftige Abwässer usw.
Warum nimmt man aus diesen Berichten das allerschlimmste
Gift, die Radioaktivität aus, wenn sie aus Kernkraftwerken stammt?
Denn sonst wird in Balkenlettern über ihre Gefährlichkeit berichtet,
die Dozent Herbst, der Radiobiologe der Universität Freiburg hinsichtlich
ihrer Giftigkeit - Gifteinwirkung gewichtsmäßig um eine Million
bis eine Milliarde größer als die unserer stärksten
chemischen Gifte bezeichnet! Nördlich von Wien, in Zwentendorf-Tullnerfeld,
an der Donau, soll Österreichs erstes Atomkraftwerk entstehen. Kostenpunkt:
die Kleinigkeit von 4 bis 5 Milliarden ATS!
Der seinerzeitige Chef des Hauptlastverteilers der Österreichischen
Verbundgesellschaft (Ing. Hans Stephenson) sagt in der "Presse" vom 27. Jänner
1970: " Bei der am 24. November 1969 im Kongeßsaal der Bundeskammer
der gewerblichen Wirtschaft veranstalteten Forumsdiskussion habe ich unmißverständlich
darauf hingewiesen, daß der Bau eines Atomkraftwerkes gegenwärtig
eine eklatante Fehlinvestition bedeutet. Verfahren, dies festzustellen,
sind bekannt. Etwa 3,5 Milliarden kWh jährlich in einem zu
errichtenden Atomkraftwerk zu erzeugen, ist sinnwidrig, da von
Jahr zu Jahr mehr elektrische Energie mangels Bedarfs exportiert werden
muß. Im Jahre 1968 betrug der Export über vier Milliarden kWh.
Das Ausland bezieht einen Großteil der potentiellen Energie Österreichs
kostenlos - der Arbeitspreis für hydraulische Energie ist praktisch
Null. Erst baue man unsere sämtlichen Wasserkraftreserven aus, welche
bis 60 Prozent in Österreich noch brachliegen. Sollte nach Jahren
dennoch ein Engpaß in der Stromerzeugung auftreten ( was als unwahrscheinlich
erscheint), so wird bis dahin bestimmt die zur Zeit noch sich in Entwicklung
befindliche Energiegewinnung aus der unschädlichen Kernverschmelzung
so weit entwickelt sein, daß man die Sackgasse der Stromerzeugung
aus der Kernspaltung verlassen kann, in der anscheinend das gewaltige
internationale Geschäftskapital ohne Rücksicht auf die gesundheitlichen
Auswirkungen aus den investierten Milliarden noch recht lange Nutzen ziehen
will.
Senator Edward Kennedy hat kürzlich im US-Senat den mit Gutachten
untermauerten Antrag eingebracht: "Die US-Regierung möge
solange keine Lizenzen für Kernkraftwerke mehr erteilen, bis die
Folgen aus der Wärmeverschmutzung der Gewässer eindeutig geklärt
seien." Wie wird sich der biologische Zustand eines Flusses bei
einem und mehreren Atomkraftwerken am gleichen Fluß auswirken? Wann
wird der Fluß "tot" sein mit allen Folgerungen? In den
USA ist der Kernkraftwerksrausch bereits verflogen, und im Jahre 1969
ist bisher noch kein Kernkraftwerk weiter gebaut worden. In Europa dagegen
wird für Atomkraftwerke immer mehr hektische Propaganda uns Musik
gemacht. Die USA haben w0 Jahre längere Erfahrungen, sie sind vorsichtig
und verantwortungsvoller geworden. Jeder Kaufmann trachtet Ladenhüter
schnell loszuwerden. Die Methoden der "Werbung" spielen dabei
keine Rolle! Warum sollte es die "Atomkamarilla" anders machen?
Das Gesundheitsdepartement (USA) berichtet offiziell, daß im Bereich
der Atomreaktoren die Fälle von Leukämie, Mißgeburten
und Fehlgeburten in der Umgebung des 48-Megawatt-Reaktors Eureka (USA)
ist um das Dreifache des USA-Durchschnittes angewachsen. Die Kindersterblichkeit
ist in den durch Reaktoren gefährdeten Gebieten um 38m Prozent gestiegen.
"Was haben die Anwohner des 600-Megawatt-Reaktors Zwentendorf-Tullnerfeld
an der Donau zu erwarte? Wir können dagegen nichts anderes tun, als
das Volksbegehren gegen atomare Verseuchung zu unterschreiben und zu fördern.
Fordern Sie Stimmrechtscheine an bei : "Gesundes Leben", Postfach
7, A-4045 Linz.
A.Teng-Nimrichter, Gnesau.
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