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Portrait des Gesundheitsschutz- Pioniers Walther Soyka

 
Info zu Themen>>Öko-Museum>>Zwentendorf

 


                  
Portrait des
Gesundheitsschutz- Pioniers
Walther Soyka

Mit Anerkennung für die
jahrzehntelangen Leistungen
des Wegbereiters der
Volksabstimmung gegen das
AKW Zwentendorf (ab 1969), die
er im Dienste des Lebens- und
Umweltschutzes erbracht hat.

 

Walther Soyka
(geb. 1926 - gest. 2006)

17. Aug. 1926

Geboren in Wien als erstes von sieben Kindern des Dipl.Ing. Richard Christian Ludwig Soyka (*6.6.1895 bis 26.7.1975) und Josefine Wilhelmine Amalia "Helma" Soyka geborene Hofmann (*29.6.1907 bis 12.5.2004)

1930 Übersiedlung nach Eichgraben bei Wien

1931 Vater Dipl.Ing. Richard Soyka beginnt u.a. gemeinsam mit Prof. Dr. Johannes Ude und Prof.Dr. A. J. Merkl in Österreich ein "Volksbegehren zur Einführung des Gemeindebestimmungsrechtes" (Prof. Merkl hatte gemeinsam mit Prof. Hans Kelsen die Österreichische Bundesverfassung ausgearbeitet und in deren Artikel 41 auch Gesetzesinitiativen durch "Volksbegehren" vorgesehen).
1932 Eintritt in die Volksschule in Eichgraben bei Wien
1933 Übertritt in die Volksschule Wien Baumgarten, Linzerstraße
1934 Übertritt in die Volksschule Laussa (OÖ)
1936 Eintritt in die "Goethe-Realschule" Wien 14, Astgasse
1937 Täglicher Gang mit einer großen Milchkanne zur Notstandsküche, um für die 7-köpfige "Arbeitslosenfamilie" Suppe zu holen.
1942 Vater Dipl.Ing. Richard Soyka hält im großen Musikvereinssaal in Wien einen vielbeachteten Vortrag über die Alkoholfrage. Auf dem Umweg über diese Veranstaltung nähert sich Walther Soyka dem elterlichen Gedankengut (Gesundheits- und Lebensschutz) zumindest teilweise an.
1943 Allgemeine Hochschulreife (Abschluß des Realgymnasiums Astgasse, Wien 14)
1944-1945 Mit 17 Jahren Einrückung zum Kriegseinsatz in Jugoslawien.
1945 Rückkehr, vom Kriegseinsatz in Jugoslawien. Fußmarsch von Italien über Kärnten ins Salzkammergut (zurück zur Familie nach St. Wolfgang).
1946 Beginn einer Tischlerlehre in der "Burgauer Holzindustrie" am Mondsee
1946 Wahl in den Betriebsrat der Burgauer Holzindustrie
1946 Der österreichische Gewerkschaftsbund in Salzburg bietet ihm eine Stelle als hauptberuflicher Jugendfunktionär an.
1946 Vater Dipl.Ing. Richard Soyka belebt den 1926 gegründeten und 1938 zwangsweise aufgelösten "Bund für Volksgesundheit" neu
1948 Erste Überlegungen zur Gründung einer österreichischen "Sauna-Bewegung". Bestärkt fühlte sich Walther Soyka durch die langjährige Lebensreform-Arbeit seines Vaters, sowie auch bereits seines Großvaters Carl Soyka, der als hoher Beamter des Eisenbahnministeriums vor dem ersten Weltkrieg u.a. ein Alkoholverbot für Lokomotivführer, 24 Stunden vor Fahrtantritt, durchgesetzt hatte. Zusätzlich lag ihm als jungem Tischler Holz als Hauptbestandteil des Saunabaues am Herzen.
1949 Gründung des "Österreichischen Saunaverbandes"
1950 Gründung des "Bund für Volksgesundheit (gegr. 1926/1950)", mit Sitz in Wien
1952 Gründung von "Sektion Gesundes Leben der Arbeitsgemeinschaft der Mediziner" in Wien 1, Rathausplatz 4
1952 - 68 Jährliche Organisation von Großveranstaltungen jeweils im April zum "Weltgesundheitstag" (in den Eschenbachslen, im Wiener Konzerthaus und im Auditorium Maximum der Universität Wien)
1952 - 69 Massenhafte Herausgabe von Sonderdrucken "Gesundes Leben", vor allem zur Bekanntgabe von Vortragsreihen in Wien.
1952 - 53 Organisation von Vortragsreihen an der Volkshochschule Wien-West in der Amerlingstraße über Wege zu "Gesundem Leben"
1953 Gründung der "FKK Badegruppe am Neumühler Hagel" (Donau: Lobau)
1953 Organisation der Ausstellung "Flüssiges Obst" in der Wiener Sezession.
1953 Erste Eheschließung. Aus dieser Verbindung mit Wilma Soyka, geborene Bröcker stammen acht Kinder
1954 Erfolgreiche Presseaktion und Unterschriftensammlung gegen die Wiedereinführung von Raucherwagen bei den Wiener Verkehrsbetrieben
Juli 1954 "Hochwassernotruf" wegen der Überschwemmung des Linzer Büros des "Bund für Volksgesundheit / OÖ" beim Jahrhunderthochwasser an der Donau.
1954 - 55 Fragebogenaktion zwecks Vorbereitung einer ersten österreichischen Krebsstatistik.
1955 Herausgabe der Zeitschrift SAUNA
1956 Gründung der "Vereinigung Österreichischer Reformhäuser" (VÖR)
1957 Einreichung der Satzung einer neu zu gründenden "Österreichischen Gesellschaft für Gesundheitsstatistik", die wiederum "Vorarbeiten zur Schaffung einer Gesundheitsstatistik" als Vereinszweck vorsieht.
4. Juni 1957 Organisation des Vortrages von Eberhard Beißwenger "Atomkernspaltung - Ende der Menschheit? Ein Weg zur Überwindung dieser Gefahr" in Wien.

1958

Durchführung eines Gesundheitswettbewerbes.

1960 Geburt des Sohnes Holger Soyka (seit 1997 Initator und Betreiber dieses Internet-Portals oekoweb)
17. Okt. 1961 Abschluß des Studiums der Staatswissenschaften an der Universität Wien. Dissertationsvorarbeiten zum Thema: "Der Schutz von Leben und Gesundheit als Staatszweck und Prüfstein der Politik" (unvollendet)
1962 Beginn des Ausbaues der Liegenschaft Wien 12, Aßmayergasse 42 zu einer Gesundheitsstätte mit 2 Saunen, Freiluftbad und Reformhaus sowie Fremdenzimmern im Dachgeschoß
1962 - 69 Betrieb der Vereinssauna in Wien 12 (im Zusammenwirken mit der Universitätsturnanstalt)

20. Mrz 1963

Vortrag über "Volksgesundheit als Staatsziel der Zukunft"

6. April 1966 Errichtung der "Dr. Michael-Hainisch-Gedächtnisstiftung des Bundes für Volksgesundheit" (vierzig Jahre nach der Gründungsversammlung des Bundes für Volksgesundheit in der Volkshalle des Wiener Rathauses am 26. 1. 1926 )
1966 Bereits 2,5 Millionen Schilling seit 1962 in die Sauna Wien 12 investiert. Seit Start des ersten Teilbetriebes 1962 mehr als 30.000 Besucher. Vereinbarungswidrige Bauverzögerungen sowie in Folge hohe Kapitalkosten und offene Rechnungen belasten den Sauna-Betrieb. Walther Soyka beschreitet alle nur denkbaren Wege, um Konkurs oder Ausgleich der Gesundheitsstätte zu vermeiden.
1967 Start der Herausgabe des Periodicums "Mehr Licht - Archiv für Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit".
18. Sept. 1967 Arbeitsgemeinschaft "Verhütet den Krebs" wird als eingetragener Verein konstituiert
1967 Leitung des "Gesundheitspolitischen Ausschußes" in der "Arbeitsgemeinschaft Verhütet den Krebs", die mit dem Ziel der Krebsverhütung sehr nachdrücklich "technische Schadstoffverhütung" fordert.

11. Nov. 1967

Der Landeshauptmann und Bürgermeister der Stadt Wien, Bruno Marek, hat für die kürzlich gegründete Arbeitsgemeinschaft "Verhütet den Krebs" den Ehrenschutz übernommen.

21. Dez. 1967 Erstes größeres Auftreten des Vereins Arbeitsgemeinschaft "Verhütet den Krebs:"Organisation von Festvorträgen in der Stadthalle zum Thema: "100 Jahre Staatsgrundgesetz"
1968 "Bausteinaktion" der "Dr. Michael-Hainisch-Gedächtnisstiftung des Bundes für Volksgesundheit" für die Schaffung einer "Akademie für Gesundheitsschutz und Staatsethik" in Wien 12, Abmayergasse 42 (Baustein)
10. Mai 1969 Wegweisendes Atom-kritisches Memorandum von Med. Rat DDr. Drobil wird als "Niederösterreichisches Ärztememorandum" in der "St. Pöltner Wochenpost" bald darauf in der Zeitschrift "Gesundes Leben" des "Bund für Volksgesundheit" und später auch in der "Österreichischen Ärztezeitung" abgedruckt.
Mai 1969 Volksbegehren: Walther Soyka startet mit dem Druck von "Stimmrechtsscheinen" für ein "Kernenergie-Volksbegehren gegen radioaktive Verseuchung durch Kernspaltungs-Kraftwerke" eine schnell wachsende Initiative gegen das vom österreichischen Energieminister Weiß und dem deutschen Minister Stoltenberg öffentlich proklamierte erste österreichische Atomkraftwerk. Der geplante Standort "Zwentendorf" wurde erst später bekannt.
14. Aug. 1969 Zwangsversteigerung des Saunabetriebes Wien 12. Neuer Besitzer wird Dr. Gancz, mit dem Soyka seit der Zusammenarbeit mit der studentischen "Arbeitsgemeinschaft der Mediziner" 1952 bekannt ist.
1969 Organisation von Pressekonferenzen (u.a. im Presseklub), um die Pläne zur Errichtung eines Atomkraftwerkes in Österreich zu durchkreuzen
1969 Durch das massive Interesse der Öffentlichkeit kann Soyka im Jahr 1969 etwa 450 Medienberichte in österreichischen Zeitungen zum Atom- Thema Zwentendorf archivieren.
1969 / 72 Insgesamt werden von den durch Walther Soyka an befreundete Organisationen und Personen in großen Mengen verbreiteten Stimmrechtsscheinen 16.000 Stück unterzeichnet. Diese 16.000 engagierten Menschen bilden ab nun den harten Kern des Atomwiderstandes in Österreich. - Bei der endgültigen Volksabstimmung am 5.11.1978 kam es nur rund 32.000 mehr "Nein zu Zwentendorf" Stimmen als "Ja-Stimmen". Wäre der Atom-Widerstand nur wenige Monate später oder weniger zielbewusst gestartet worden, hätte auch Österreich vermutlich seit 1979 ein Atomkraftwerk in Betrieb.
24. Nov. 1969 Prof. DDr. Heinrich Mandl von der Rheinisch-Westflischen-Elektrizittswerke AG verkündet in Wien öffentlich im Rahmen der Tagung "Kernenergie als Gemeinwirtschaftliche Aufgabe", daß im Rahmen des deutschen Atom-Programmes bis zum Jahr 2000 in der Bundesrepublik Deutschland 150 Atomkraftwerke in Betrieb sein würden (statt damals 22)!! Nach intensivem Einsatz der allmählich anwachsenden Anti-Atom Bewegung und ca. 3000 Atom-Prozessen, die Walther Soyka in Deutschland führt, gibt es im Jahr 2000 22 Atomkraftwerke.
Nov. 1969 Univ. Prof. Wilhelm Kühnelt, als Biologe und Mitglied der österreichischen Akademie der Wissenschaften bestätigt Soyka's "Auffassung, daß der atomaren Gefährdung die höchste Dringlichkeit bei der Abwehr zukommt. Es gibt mehr als 10.000 Schadstoffe, die mutagen und kanzerogen wirken. Wegen ihrer Langzeitwirkung und ihrer Großraum-Wirksamkeit ist die Abwehr der radioaktiven Stoffe am dringlichsten."

1970 Walther Soyka stößt in den Unterlagen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auf eine von Prof. Eduard Sueß 1873 erstellte Arbeit mit einer aktiven Erdbebenzone, die sich von Triest über den Semmering durch Zwentendorf (!) und das Kamptal bis nach Leipzig erstreckt.

April 1970

Enquete des "Bundes für Volksgesundheit" warnt vor Gefahren der Atomkraftwerke

21. Juni 1970 Organisation der 1. Sternfahrt nach Zwentendorf durch Adolf Ursprunger (Vorchdorf), Dipl. Ing. Richard Soyka (Linz) und Walther Soyka (Wien). Für dieses Ereignis wurde auf Veranlassung von Walther Soyka ein philitelistischer Sonderpoststempel aufgelegt.

Aug. 1970

Freiluftveranstaltung vor der Wiener Stadthalle der in Gründung befindlichen "Gesellschaft für biologische Sicherheit". Die Kundgebung war von den als Auftakt für die am Sonntag, 6. September stattfindende "Aufklärungs-Sternfahrt" zum geplanten Baugelände des Kernkraftwerkes Zwentendorf bei Tulln gedacht.

6. Sept. 1970 Organisation der 2. Sternfahrt nach Zwentendorf durch Soyka unter
internationaler Beteiligung und erheblichem Presse-Echo.
6. Sept. 1970 Gründung der "Gesellschaft für biologische Sicherheit (GbS)", Sitz: A-3435 Zwentendorf an der Donau
5. Nov. 1970 Eine Abordnung der Zwentendorfer "Gesellschaft für biologische Sicherheit" wird von Frau Staatssekretärin, Gertrude Wondrack im Parlament empfangen.
1970 Start der Herausgabe von "Überleben - Archiv und Pressedienst für biologische Sicherheit" durch Soyka.
12. Mrz 1971 Bekanntgabe des Erdbebenzonen-Problems durch W.Soyka an die österr. Presse (wird in den Medien als "kabarettreife Enthüllung" durch die Atomgegner zitiert)

22. Mrz 1971

Demonstration Walther Soyka's mit seinen Familienangehörigen vor dem Sitz des Verbandes der Österreichischen Elektrizitätswirtschaft am Brahmsplatz in Wien gegen die ,,Gefährlichkeit des Atomkraftwerkes".

1971

Erste Vorsprache W. Soyka bei Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky wegen Zwentendorf.

Dez. 1971 Teilnahme Soykas am internationalen Atomgegnertreffen in Straßburg, wo ihm die Vorbereitung der Gründung eines "FORUM HUMANUM" mit Sitz in Wien übertragen wurde: damit sollten die Pläne des "Atom Forum" durchkreuzt werden.
1972 Herausgabe des Mediums "Forum Humanum"
Februar 1972 Teilnahme an einer mehrtägigen Tagung der Duttweiler-Stiftung "Im Grüeni" in Zürich-Rüschlikon mit dem Thema "Energie, Mensch und Umwelt". Erstbegegnung mit Prof. John W. Gofman, Dipl.-Chem. Ralph Graeub und Robert Jungk.
7. Mrz 1972 Die Verhandlung der Strahlenschutzkommission über die atomare Zukunft für Niederösterreichs größtes Dorf - Zwentendorf, begann mit einem Eklat im Pfarrsaal. Der Sprecher der Kernkraftwerksgegner, Walther Soyka, wurde mit Gewalt von der Staatspolizei aus dem dichtgefüllten Raum abgeführt. Nachdem ihm der zulässige Einspruch (im Namen von 902 Personen) verwehrt wurde, verteilte er ein an alle Anwesenden ein Flugblatt mit seinen Einwendungen.
16. April 1972 Ein Jahr nachdem Soyka in Folge 4 von "Überleben" die Erdbebenkarte von 1873 veröffentlicht hatte, gab es im weiten Umkreis von Zwentendorf ein Erdbeben der Stärke 7. Der Erdstoß war bis nach West-Ungarn zu spüren; in Wien wurde die Feuerwehr 450mal alarmiert. Die weit gediehenen Bauarbeiten am Zwentendorf-Reaktor mußten geraume Zeit eingestellt werden. Die bereits gegossenen Fundamente mußten - mit einem Kostenaufwand von mehr als 400 Millionen Schilling - abgerissen und durch neue, stärkere, ersetzt werden.
Juni 1972

Besuch Soykas bei Nobelpreisträger und Atom-Kritiker Prof. Dr. Hannes Alfven in Stockholm während der ersten UNO-Umweltschutzkonferenz (Stockholmer Konferenz für menschliche Umwelt 1972 der UNO).

6. Aug. 1972

Gründung des "Forum Humanum - Internationales Komitee für biologische Sicherheit und Ökologie" in Fischerhade bei Bremen.

Nov. 1972 Prof. Dr.Jur. Manfred Hinz von der neu gegründeten Universität Bremen lädt Walther Soyka ein, seine Atom-Arbeit dort für zunächst vier Wochen unter günstigen Bedingungen fortzusetzen. Daraus wurden dann 3 Jahre als Lehrbeauftragter der Universität. Seither lebt Walther Soyka in Bremen.
Sept. 1972 Umzug nach Bremen.
1972 - 2001 Organisation von mehr als 3000 gerichtlichen-Klagen zur Verhinderung weiterer Plutonium produzierender Atomspaltwerke. Auf dem Verwaltungsrechtsweg Geltendmachung der Tatsache, daß für die Nuklearanlagen in Biblis, Brokdorf, Brunsbüttel, Esenshamm, Gorleben, Grohnde, Gundremmingen, Kalkar, Krümmel, Lingen, Mülheim-Krlich, Neckarwestheim, Obrigheim, Ohu, Philippsburg, Stade und Würgassen atomrechtliche Genehmigungen erteilt wurden, die sittenwidrig und damit "nichtig von Anfang an" und ohne rechtliche Bindungswirkung sind.
25.7.2006 Verstorben in Bremen

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