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Mobiltelefonie - Fluch oder Segen - Technische Begriffe

 

Wenn Mobiltelefone ein Telefonat senden oder Verbindung mit dem nächsten Funkturm aufnehmen, dann senden sie elektromagnetische Wellen aus. Elektromagnetsiche Strahlung umgibt uns täglich überall - Radio, Fernsehen, elektrische Geräte, Stromleitungen - überall, wo Strom fließt, gibt es auch elektromagnetische Strahlung. Sie ist nichts ''künstliches'' - auch in der Natur begegnet sie uns ständig.
Die Sonne sendet ein breites Spektrum elektromagnetischer Strahlung- wir nehmen einen Teil davon als Licht wahr. Elektromagnetische Strahlung ist nicht prinzipiell schädlich für uns - erst ab einer bestimmten Strahlungsfrequenz kann sie uns schaden. Je hochfrequenter die elektromagnetsiche Strahlung, desto gefährlicher ihr Zerstörungspotential. Besonders hochfrequente Strahlung kann ionisierend wirken: die Intensität der Strahlung ist fähig, einzelne Elektronen aus Atomhüllen freizusetzen ("herauszuschlagen"). Es entstehen geladene Teilchen - Ionen. Ionisierende Strahlung kann chemische Verbindungen zerstören, indem sie größere Moleküle zerteilt, wodurch chemisch aggressive Stoffe (Radikale) entstehen. Ionisierende Strahlung hat zwar ein gewisses Gefahrenpotential, ist dafür aber nicht häufig zu finden. Meist begegnet sie uns als Röntgenstrahlen, Radioaktivität und UV-Licht aus der Sonne.

Die Strahlung, die unsere Mobiltelefone aussenden, ist um ein Vielfaches niederfrequenter und daher auf den ersten Blick harmlos. Normale GSM-Handys arbeiten mit einer Frequenz von 900 bis 1800 Mhz, UMTS - Geräte in einem Bereich zwischen 1.900 und 2.170 Mhz (im Vergleich: Röntgenstrahlung hat eine Frequenz von 2,5·1017 Hz bis 6·1019 Hz, das ist eine Zahl mit 17 bis 19 Nullen - also um das 15 bis 17fache höher als die Frequenz von Mobiltelefonen.
Extrem niederfrequente elektromagnetsiche Wellen, wie sie zum Beispiel beim Radio benutzt werden, arbeiten in einem Bereich von wenigen Kilo- bis etwa 300 Gigahertz).
Eine weitere Eigenschaft von elektromagnetischen Feldern, wie sie der Mobilfunk nutzt, ist ihre Fähigkeit, in Wärme umgewandelt werden zu können. Diese Eigenschaft wird beim Mikrowellenherd benutzt, um Speisen und Getränke zu wärmen. Mikrowellenherde benutzen dazu eine Frequenz von etwa 2,455 Ghz. Die geringeren Strahlungsleistungen von Mobiltelefonen sind allerdings nicht fähig, solche Erwärmungen hervorzurufen. Trotzdem wurde die Wärmewirkung von Mobiltelefonen auf den menschlichen Körper genau untersucht und Grenzwerte festgelegt.

Negative gesundheitliche Folgen für den menschlichen Körper treten dann auf, wenn eine durch elektromagnetische Felder verursachte Erwärmung des Körpers eine bestimmte Höhe überschreitet. Bei einer Erhöhung der Körpertemperatur um 1°C wurden in Untersuchungen Beeinträchtigungen von Körperfunktionen festgestellt. Die in Österreich gültigen Grenzwerte beschränken den durch die elektromagnetischen Felder von Mobiltelefonen erzeugten SAR-Wert (spezifische Absorptionsrate, ein Maß für die Aufnahme elektromagnetischer Energie, die in Körperwärme umgewandelt wird. Der SAR-Wert wird in Watt pro Kilogramm Körpermasse (Watt/kg) ausgedrückt.) auf unter 2 Watt/kg für den Kopfbereich. Dies entspricht einer mittleren Temperaturerhöhung des Körpers von 0,01 °C, also 100x geringer als die Temperatur, bei der erste Beeinträchtigungen auftreten können. Selbst in unmittelbarer Nähe von Sendemasten darf die SAR keine Körpererwärmung von mehr als 0,02°C hervorrufen. Nach dem derzeitigen Stand der Forschung können sich Menschen daher bereits in rund zwei bis acht Metern Entfernung von einer Sendeantenne unbegrenzt aufhalten.

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