Fortsetzung der Einleitung zu “Gentechnikfrei” :
Seitens der Gentechnik-Befürworter wird die Wahlfreiheit des Konsumenten zwischen gentechnikfreien und genmanipulierten Nahrungsmitteln propagiert: durch entsprechende Kennzeichnung sollten die gentechnisch bearbeiteten Zutaten künftig ausgewiesen werden, im Gegenzug würden gentechnisch manipulierte Saaten zugelassen, der mündige Konsument könne sich dann entscheiden....
Wunderbar, wäre da nicht ein kleiner Schönheitsfehler: Denn werden erst einmal gentechnisch manipulierte Saaten angebaut, trägt der Wind die Keime auch bald auf jene Felder, die dem gentechnikfreien Anbau vorbehalten bleiben - oft 100erte Kilometer weit. Dabei kommt es zu Auskreuzungen zwischen den Sorten, und "gentechnikfrei" kann dadurch nicht mehr 100prozentig gewährleistet werden. Für die Bio-Bauern wäre dies eine existenzbedrohende Katastrophe - deren strenge Richtlinien schreiben nämlich zu 100 Prozent gentechnikfreie Produkte vor.
Doch auch die von den Befürwortern der Gentechnik triumphal angekündigten positiven Erwartungen erfüllten sich zehn Jahre nach der Zulassung der ersten genetisch veränderten Lebensmittel nicht Wie das Münchner Umweltinstitut http://www.umweltinstitut.org berichtet, sind aus den verheißungsvollen News eher große Flops geworden.
Dass Gentechnik den Einsatz von Pestiziden vermindert, kann bereits jetzt als falsch bezeichnet werden. Nach Informationen des Biotech-Net müssen bereits sechs Jahre nach dem ersten Anbau der genetisch veränderten Pflanzen 13 Prozent mehr Pestizide versprüht werden als zuvor. Auch der viel gepriesene insektenresistente Bt-Mais, der selbst ein Insektengift produziert, führt nicht zu einem geringeren Einsatz von Pestiziden. Beim Raps ist es sogar dazu gekommen, dass durch
Kreuzung der Raps selbst zu einem hartnäckigen Unkraut wird, das gegen alle Totalherbizide resistent geworden ist. Dazu kann der Samen 15 Jahre im Boden keimfähig bleiben. Als Unsinn hat sich auch die Aussage herausgestellt, dass Gentech-Pflanzen die Umwelt schonen. Nach einer
Publikation des britischen Department of Environment wurden in einer Langzeitstudie massiv negative Folgen für die Biodiversität festgestellt. Es kam zu einer signifikanten Abnahme von Schmetterlingen
in herbizidresistentem Raps und zu einer rapiden Verringerung von Blütepflanzen bei Gen-Raps und Gen-Zuckerrüben.
Zu den größten Enttäuschungen zählt aber die viel gepriesene Ertragssteigerung der Gentechnik: In verschiedenen Studien waren die Ergebnisse eher nüchtern. Sowohl bei Soja als auch bei Raps und
Zuckerrüben lagen die Erträge zwischen fünf und zehn Prozent unter den konventionellen Anbaumethoden. Am schlimmsten war der Einbruch bei der transgenen Bt-Baumwolle in Indien: die Erträge brachen um 75 Prozent ein, die Qualität der Fasern war minderwertig. Nach Berechnungen des Saatgutherstellers Syngenta droht den Bauern außerdem ein Wertverfall von fast 20 Prozent pro Hektar Ackerland beim Auftreten resistenter Ackerkräuter. Auch ist der Hunger in der Dritten Welt mithilfe der Gentechnologie kaum zu stillen, wie zahlreiche Expertisen ergeben
haben.
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